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Roland Plank
Verfasser: Roland Plank

Die Stabkirchen - Ausdruck bäuerlicher Kultur

Während sich in den wenigen Städten des Mittelalters, wie Stavanger, Bergen, Trondheim und Oslo, die Steinarchitektur der Romanik und Gothik durchsetzte und Macht und Reichtum der Kirche demonstrierte, bauten sich in den abgelegenen Tälern die Bauern ihre Kirchen nach einem ganz eigenen Muster. 


 

Die Stabkirchen können auch als Ausdruck bäuerlichen Protests verstanden werden. Die Architektur dieser Holzkirchen weist deutliche Gemeinsamkeiten mit den Schiffen der Wikinger auf. Es ist wahrscheinlich, daß die Baumeister ihre im Schiffbau erworbenen Kenntnisse auf den Kirchenbau übertrugen.



Der Bezug zur heidnischen Wikingertradi­tion äußert sich vor allem auch in den Holzschnitzereien und Reliefs, auf denen oft die alten Mythen und heidnischen Sagen dargestellt werden. Am auffälligsten wird die Parallelität bei den Drachenköpfen, die als Abwehrzauber gegen böse Geister am Bug der Wikingerschiffe wie an den Giebeln der Stabkirchen vorkommen.



Neben dem Kirchenbau findet die bäuerliche Holzbaukunst ihren Ausdruck besonders in den teilweise kunstvoll ausgeschmückten und meist aus bestem Material gebauten Speichern (»stabbur«). Der Bau dieser Speicher, in denen der Bauer den Reichtum seines Hofes ausdrückte, wurde in der Regel spezialisierten Handwerkern überlas­sen. Meist waren dies Häusler, das heißt Besitzlose, die von einem Bauern ein kleines Stück Land gepachtet hatten und dafür bestimmte Dienste wie Erntearbeit, Schlachten, Holzfällen usw. leisten mussten. Aus dieser Klasse der Häusler heraus entwickelten sich einzelne Handwerker zu großen Meistern in Holzbaukunst, Rosenmalerei, Bildhauerei und Webkunst.




Auch die Spielleute, die bei großen Bauernhochzeiten und anderen Festen aufspielten, waren meist Häusler, von denen es einige zu großem Ruhm brachten.

Besonders in Telemark und im Setesdal bildeten sich regelrechte Künstlerdynastien heraus, wie zum Beispiel die Familie Buen.
©Roland Plank

   
 

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